Meinem Geburtsort Homberg/Efze bin ich durch die Elternfamilie noch immer eng verbunden, ebenso den prägenden Orten meiner Kindheit und Jugendzeit im Kreis Fritzlar-Homberg. Mein Lebensschwerpunkt liegt in Marburg.

Seit ich mich erinnern kann, begleitet mich Freude am Zeichnen und Malen. Die wurde in der Christophorusschule Oberurff durch meinen Kunstlehrer - und Künstler der „Dresdner Schule“ - Hans Otto, dankenswerterweise gefördert. Er schulte den Blick für alte Meister im Dresdner Zwinger, brachte mir Grundlagen und Techniken der Ölmalerei und exakte Kopiertechnik bei und verlangte akademisches Zeichnen. Noch heute erlebe ich mich vorrangig als „Zeichnerin“ mit einem Zugang zur „Malerei“.

Mein Interesse am Impressionismus bahnte sich über das Spiel mit Licht und Farbe an. Ich lernte, feste Formen aufzulösen und mich mit den Lichtverhältnissen genauer zu beschäftigen. Darauf konnte ich später in der Marburger Sommerakademie aufbauen. Wichtig vor allem waren mir Kurse bei Martin Seidemann und Ursula Strozynski (Berlin) sowie Ulrike Bolenz (Brüssel), weil sie auf dem exakten Zeichen aufbauten und dabei auch Malerei vermittelten. Acryl und Mischtechniken dominieren dabei. Bei der Vertiefung mit Motiven entstehen immer wieder Serien mit verschiedenen Ansätzen und Lösungen.

Freude am Experimentieren erfuhr ich im letzten Jahrzehnt besonders durch den künstlerischen Lehrer Eckart Froeschlin in seinen Kursen „Bilder finden – Bild erfinden“ - Zeichnen, Malen und Montieren“.

Parallel dazu ist mir seit 20 Jahren die Aquarellgruppe Marburg um Manfred Kempe (Kassel) für die künstlerische Beheimatung wichtig. Schnelle und beherzte Entscheidungen machen diese Technik zum eigenen Experimentierfeld.

Die Arbeit in Gruppen bedeutet mir viel. Hier erfahre ich Freundschaften, Unterstützung und Kritik, die mich weiter bringen. Die intensive Auseinandersetzung in Gruppen ermöglicht mir mehr Spontaneität und Flexibilität als beim Malen ganz alleine - ohne Rückmeldung oder Kommentar.

Im Studium zur Grund-, Haupt- und Realschullehrerin blieb der Kontakt zur Kunst stets Begleitprogramm. Als Kunstlehrerin machte mir immer Freude, die spontanen Fähigkeiten von Kindern zu unterstützen und zu fördern, um gerade dadurch Selbstvertrauen und kreative Freude aufzubauen.


Kunst gehört zum Leben und Leben kann zur Lebens–Kunst werden. Es ist gut, nicht definieren zu müssen – manchmal reichen Andeutungen. Wenn Prozesse stagnieren – kreative Neuanfänge schaffen schöne Auswege. Wegwerfen ist langweilig- man kann Neues daraus machen und das Alte verändern. In der Kunst ist es manchmal wie mit dem Glücklich-Sein: Schau dich nur um und finde!